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Wir und die Tiere, die uns nicht gehören - 5 -

Hallo zusammen,

nach zweimonatiger Pause setze ich meine Arbeit an diesem Blog fort.  Im Nachhinein möchte ich zuerst allen potentiellen heutigen und zukünftigen Lesern das Allerbeste für dieses Jahr 2017, in dem wir bereits tief stecken.

Nun setze ich die Niederschrift von Utas Erzählung "Wir und die Tiere, die uns nicht gehören" fort.

Fortsetzung folgt.




 
Weihnachten stand vor der Tür und Helen und Gert flogen nach Deutschland, um das Fest dort mit ihren Lieben zu feiern.
Die Beiden baten uns, während ihres Aufenthaltes in Deutschland auf Wohnwagen und Hund zu achten.
Perro schlief zwar weiter im Vorzelt auf seiner Liege und wartete auf Herrchen und Frauchen. Sobald ein rotes Aufto auf den Campingplatz gefahren kam, sauste er hin und schaute erwartungsvoll hinein: “ob da wohl Herrchen und Frauchen zurückkommen? Seine Enttäuschung war jedes Mal groß, wenn andere Menschen aus dem Auto stiegen. Uns war es klar, daß man dieser kleinen Hündin übel mitspielte, wenn sie irgendwann im März hier zurückbleiben würde. Der März war der Termin, an dem Helen und Gert wieder nach Deutschland zurück mußten.
Wir hatten schon darüber gesprochen, ob die Beiden den Hund nicht mitnehmen könnten. - Aber, da war schon die Schäferhündin zu Hause, die ihr Revier verteidigen würde, und wegen der Arbeit hätte man sich auch nicht viel um Perro kümmern können. So sollte Perro in Spanien bleiben.
Auch wir überlegten ernsthaft, Perro mitzunehmen. Da wir aber eine berufliche Veränderung vor uns hatten, wußten wir noch nicht, wo wir wohnen würden. Wir hätten ein Tier, das Freiheit gewohnt war, in die Enge einer Zweizimmer-Dachwohnung im 5. Stock eines Mietshauses in der Stadtmitte verpflanzt. Hier gab es auf der Straße keinen Baum und Perro hätte höchstens einen schmutzigen Laternenpfahl für sein Geschäft gefunden und das dann noch angebunden an einer Leine.
Wir fanden, daß sein Leben hier als Zigeuner besser und freier wäre.
Trotzdem war es beklemmend, mit anzusehen, wie sehr Perro an Helen und Gert hing. Er schloß sich in ihrer Abwesenheit zwar uns an. Wenn ich meine Liege in die Sonne stellte, dann mußte Perro unbedingt an meinen Füßen liegen, egal, ob schon die Katzen Cleo und Derdiedas auf mir hockten.
Ich habe es nie geschafft, meine Liege mal ganz allein für mich zu benutzen, immer turnte eins unserer Pflegekinder auf mir herum.

Dann kam der Tag im Januar, an dem wir zurück nach Deutschland mußten.
Irgend etwas war mit der Rückkunft von Helen und Gert schief gelaufen und wir warteten dringend auf die Beiden, um Wohnwagen und Hund sowie die Katzen zu übergeben.

Nach dem Abendessen waren wir noch auf einen Abschiedsdrink in die kleine Kneipe des Campingplatzes gegangen. Perro liebte diese Kneipe übrigens ganz besonders. Ich glaube, er fand hier in seiner Denkungsweise die Bestätigung, ein Hund zu sein, der Herrchen und Frauchen hat und somit gewisse Privilegien genießen darf, denn ohne diese wäre er wohl mit Fußtritten nach draußen befördert worden. Da er aber zu Helen und Gert gehörte, stellte der Barmann jedes Mal die Drinks für die Beiden auf die Theke, auch wenn noch keiner von ihnen zu sehen war. So war es dann auch einmal passiert, daß Gert und Helen abends nur einen kleinen Spaziergang machen wollten, anstatt in die Kneipe zu gehen. Perro war vor Freude vorgelaufen und in die Kneipe gerast und der Barmann hatte die Drinks für Helen und Gert bereitgestellt. Die mußte er dann allerdings selber trinken, denn Perro wartete auch umsonst.
Den Weg zur Kneipe machte Perro auch an diesem Abend mindestens dreimal. Er tobte den Weg entlang und zurück und zeigte sein begeistertes Lachen. Ja, lachen konnte Perro wirklich. Er öffnete die Schnauze und die Mund- beziehungsweise besser die Schnauzenwinkel berührten fast die Augen und Ohren. Dabei wedelte er nicht nur mit dem Schwanz, nein, der ganze Körper machte die Bewegung des Wedelns mit.

Perro lag, wie immer hier, vor dem Kaminfeuer und wir unterhielten uns. Wir hatten uns entschlossen, so lange in Tarifa zu bleiben, bis Helen und Gert zurückkommen würden.
Der Urlaub war aber nun wirklich zu Ende, die Beiden betraten die Kneipe.
Perro sprang sofort auf und raste zu Helen, legte beide Pfötchen an ihre Oberschenkel und schmiegte den Kopf an sie, dann sprang er zu Gert und wieder zurück zu Helen und lachte und wackelte dabei mit dem ganzen Körper. Er ging Helen nicht mehr von der Pelle.
Jörn und ich waren abgemeldet, die Welt war für einen kleinen Hund wieder in Ordnung.
Am nächsten Tag traten wir die Heimreise an. All unsere Mietzenmäuse hatten noch einmal Hundefutter aus der Dose bekommen und saßen vor ihren Näpfen und vergaßen die Welt um sich, denn Fleisch gab es ja nicht oft.
Als wir abfuhren, lagen Blondie und Derdiedas wohlig müde auf einem Stück Teppichboden, das inder Zwischenzeit ihr Ruheplatz geworden war und Cleo, verfressen wie immer, versuchte, obwohl sie schon längst satt war, den letzten Rest des Hundefutters zu verdrücken. An unserer Abreise störte sie sich überhaupt nicht.

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