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Mostrando las entradas de 2016

Brief an I. 2004

Ende 2004 hat Uta einen Brief an eine alte, liebe Freundin von Ihr aus Hamburg geschrieben, einen Brief, welchen ich aus zwei Gründen hervorheben möchte:  zuerst erzählt, beschreibt und philosophiert sie in diesem Brief über ebenfalls zwei Aspekte der Kultur und Mentalität meiner Landsleuten, die sie immer besonders irritiert haben:  ihren losen Umgang mit Hygiene und Sauberkeit - und ihr gespaltenes Verhältnis zu Besitz und Eigentum anderer; zwei tief verwurzelte, kulturell und historisch tief verankerte (und scheinbar allem Optimismus und Schönfärberei zum Trotz  aus dem kollektiven Unterbewußtsein nicht zu entfernende bzw. zu heilende) Neigungen vieler meiner Mitmenschen in diesem Land.  Zweitens erzählt sie über unsere ersten Ferien auf Curacao, eine Insel, die wir noch drei mal besuchen würden, obwohl sie in diesem Brief, "nie wieder Curaçao" geschreiben hat.  Die in diesem Brief beschriebene Anlage haben wir nicht mehr besucht, wir haben eine viel bessere,...

Wir und die Tiere, die uns nicht gehören - 4 -

Hallo zusammen, nun kommt die Fortsetzung von Utas Erzählung "Wir und die Tiere, die uns nicht gehören". Fortsetzung folgt. Die Hunde des Campingbesitzers, zwei traurige ausgemergelte Tiere, machten übrigens Jagd auf die Katzen.  Wir erfuhren, daß die Tiere einfach Hunger hatten.  Andererseits machten sich die spanischen Angestellten des Patrons einen Spaß daraus, die Katzen, die sich in die Bäume geflüchtet hatten, herunterzuschütteln, damit die Hunde sie fassen konnten.  Die Hunde müssen, wie uns erzählt wurde, die Katzen vor den Augen der Touristen zerrissen haben, was einen gewaltigen Aufstand gegeben hatte.  Nun wurde diese böse Sitte nur noch heimlich praktiziert.  Die Katzen flohen sofort in Sicherheit, am liebsten in unseren Wohnwagen, wenn das Reinigungsfahrzeug oder der Müllwagen auf den Platz rumpelten.  Cleo raste in so einem Augenblick am liebsten auf den Wohnwagen und legte sich flach auf den Baldachin vor der Wohnwagentür.  Die a...

Wir und die Tiere, die uns nicht gehören - 3 -

Hallo zusammen, in der heutigen Post noch ein Paar Zeilen aus Utas Erzählung über "die Katzen von Tarifa", wie  sie sie auch oft genannt hat. Fortsetzung folgt. Nach 10-stündiger Abwesenheit kamen wir dann an unserem Wohnwagen an.  Ich hatte immer bei so einer Gelegenheit „Jörn vor“.   Er öffnete die Tür, schaute hinein, und sagte:  „ach, schau mal an.“  Da hatte ich auch den Mut, in den Wohnwagen zu schauen.  Die Wanne war leer.  Die Kleine saß mitten auf unserem Bett, in die Kissen gekuschelt, war frisch geputzt und wie aus dem Ei gepellt.  Sie schaute uns, ihre neuen Urlaubseltern mit großen Kinderkatzenaugen an und sagte:  „Miau.“ Jörn ordnete an, daß Cleo, so tauften wir die Kleine, noch einen Tag im Wohnwagen bleiben solle.  Sie bekam erst mal eine Portion geschnittenes Schweineherz und benahm sich beim Fressen wie ein kleines Raubtier. Vor dem Wohnwagen hatte sich die kleine Rotbraune aufgebaut, wohl das Schwesterch...

El Sistema Bancario

Um das Jahr 2002 hat meine verstorbene Frau Uta ihre Eindrücke und Erfahrungen mit dem unmöglichen Banksystem meines Heimatlandes in einem Text zusammengefasst, der eigentlich Teil ihres Venezuela-Buches werden sollte - aus dem Buch wurde nichts, aber einige wertvollen Texte sind erhalten geblieben, wie es so langsam auf diesem Blog ersichtlich wird. Dazu kann ich nur sagen:  ein Glück, daß sie die gegenwärtige Entwicklung der venezolanischen Wirtschaft und deren Banksystems nicht mehr miterleben mußte! Nun der Text: DAS BANKSYSTEM Früher bin ich davon ausgegangen, daß es weltweit ein einheitliches Banksystem gibt.  Mein Weltbild änderte sich bei meiner Ankunft in Venezuela. Zuerst dachte ich, es gibt in den Banken etwas umsonst, so lang waren die Schlangen und so geduldig warten die Kunden. Nichts - diese armen Leute genießen das umständlichste Banking der Welt. Wer mit der Bank zu tun hat, hat zumindest ein Sparbuch.  Zum Konto konnte ich mich nie durc...

Baralt no desapercibido

 Den folgenden kleinen Artikel habe ich vor kurzem verfaßt, anläßlich meiner Aufnahme in einen Blog, der von Studenten und Professoren des Sprachinstituts der Universidad Central de Venezuela in Caracas erstellt und vorangetrieben wird.  Thema ist mein Landsmann Rafael María Baralt, Schriftsteller, Journalist, Philologe, Kritiker und Dichter des 19. Jahrhunderts, und sein Wörterbuch der Gallizismen, das bis heute als Vorbild für eine angemessene, vor unangebrachten Fremdwörtern geschützte Ausdrucksweise  in spanischer Sprache  - zumindest in schriftlicher Form - gilt. BARALT NO DESAPERCIBIDO   Monumento a Baralt en su plaza en Maracaibo, 31.10.2016. Cuando quien escribe estas líneas, por alguna diligencia de mayor o menor importancia, debe dirigirse al centro, el casco histórico de la ciudad de Maracaibo, suele ocurrir que tenga que pasar frente a la estatua de Rafael María Baralt, en la plaza homónima, frente a la capilla que aquí llaman «del conven...

En Sankt Peter-Ording

EN SANKT PETER-ORDING UN RECUERDO Hay sitios y lugares sobre esta tierra a los que me gusta volver, así sea a través de los recuerdos o del soñar despierto. Hoy es mi hogar (que comparto con mi amada esposa desde hace seis años) un pueblo en los Andes venezolanos, y no puedo quejarme, nuestra casa es grande, nuestro jardín se asemeja más a una selva lluviosa privada que a un jardín, un clima suave endulza nuestra vida, tenemos una vista panorámica impresionante a lejanas montañas y valles, y el despliegue de colores, luz y sombra siempre renovado a todas horas del día y en todas las épocas del año bien podría volverse la motivación vital de un pintor.  Y sin embargo:  a menudo surgen súbitamente imágenes frente a mis ojos mentales, por un instante centellean y borbotean en una luz clara como cristal, resplandeciente y enceguecedora, que amenaza con sobreexponer la luz concreta y firme de mi retina. Una imagen así de viviente lo es para mí Sankt Peter-Ording, un bal...

An die Abwesende - A la ausente

An die Abwesende Was ist denn nun los mit mir, Du bist so weit weg, eigentlich denkst Du noch nicht mal mehr                                                          an mich, und trotzdem -                         habe ich Dich niemals vergessen. Du bist schon so lange in meiner Seele Dein Wesen strahlt aus über Tausende von Kilometern hinaus und hinweg, und leuchtet wie am ersten Tag. Ich weiß nicht, ob wir uns jemals                          wiedersehen werden, ich weiß nur, daß Du in mir bist - alles andere ist nebensächlich. A la ausente Qué es lo que está pasando conmigo, estás tan lejos, propiamente hablando ya no piensas siquiera ...

Una pequeñez (1991)

Hallo zusammen, Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre habe ich im Sprachinstitut der Universität in Caracas Dolmetschen und Fachübersetzung studiert. 1991 hat eine Professorin und eine Gruppe KommilitonInnen von mir eine Zeitschrift mit dem Namen Exilio herausgegeben. Darin wurde folgende Erzählung publisziert, die ich damals verfasst habe. Sie beruht auf meiner Erfahrung als Reiseleiter um diese Zeit. Und nun der Text: Una pequeñez - ¿Por dónde iba? Ah, ya recuerdo. Te hablaba de Cecilia. - ¿Cecilia Bauer, la del cuarto semestre? -No, Cecilia Balázs, la que se fue. - ¿Has sabido algo de ella? - Sabrás que ahora es aeromoza. Ahora ella es Jungle-Stewardess de los DC-3 que vuelan a Canaima. El ex-Tour Leader hizo una pausa y hurgó en su morral, hasta que sacó un prospecto con fotos de un DC-3 y algo escrito. - Es ella la que aparece en esta foto. Ese sombrerote apenas deja ver su rostro. ¿La reconoces? - Apenas -respondió su interlocutor. De ve...

Sanseveria

Hallo zusammen, eines der kuriosesten Dinge, die ich unter dem Nachlaß meiner Schwiegereltern (beide 1995 verstorben) aufgefunden habe, ist ein schlichter Text ohne Datumsangabe, maschinell geschrieben auf einem mittlerweile vergilbten DIN-A4 Blatt. Vielleicht handelte es sich um einen Schreibgeschwindigkeitstest, oder da wollte jemand eine neue Schreibmaschine ( den Word Processor von damals) ausprobieren. Darüber kann ich heute nur Spekulationen anstellen. Hauptsache ist, jemandem war es die Mühe Wert, den Text aufzubewahren. Und nun der Text: Sansevieria Eine Sanseveria Pflanze.  (Quelle:  bluemchen-floristik.de) Lieber Blumenfreund! Bogenhanf ist mein deutscher Name und ich wurde wohl auf Grund der ausserordentlichen Zähigkeit meiner Blattfasern so genannt. Zweifelsohne werde ich durch das gute Aussehen meiner schwertförmigen Blätter eine Zierde für dein Zimmer bilden. Was aber das Wichtigste ist: Ich bin unter der großen Familie der Topfpflan...

Wir und die Tiere, die uns nicht gehören - 2 -

Hallo zusammen, nun werde ich die Fortsetzung von Utas Erzählung hochladen. Fortsetzung folgt.   An der Reception des Campingplatzes waren wir wie alte Freunde begrüßt worden, wir hatten das Gefühl, wieder zu Hause zu sein. Jörn kam bei Einbruch der Dunkelheit glücklich und kaputt vom Wasser. Der erste Test des Surfmaterials war ohne Bruch von statten gegangen. An diesem Abend wurde nicht selbst gekocht, - Pflichtübung: „Villa Nueva“. Das ist eine andalusisches Speiserestaurant, in dem noch am wenigsten Touristen essen, sondern hauptsächlich einheimische Familien und Ausflügler. Das Lokal ist furchtbar ungemütlich, denn es ist durch viele Neonlichtröhren so hell erleuchtet wie eine Bahnhofshalle. Unsere blassen Gesichter wirkten dadurch natürlich noch grünlicher. Dafür hat das kleine Restaurant aber eine Küche, toll. An diesem Abend haben wir uns richtig verwöhnt, mit Almechas in Knoblauchsauce, Urta in Cognac, Fresas con nata und hinterhe...

Wir und die Tiere, die uns nicht gehören (1988) - 1 -

Um das Jahr 1988 hat die Frauenzeitschrift Brigitte ein Preisausschreiben veranstaltet. Das Thema wird wohl "Haustiere" gewesen sein, so genau weiß ich es nicht. Uta hatte bereits eine kurze Erzählung, mit dem Titel "Wir und die Tiere, die uns nicht gehören" verfasst, und hat sie dorthin geschickt.  Vielleicht wollte sie einfach ihr Glück versuchen. Daraus wurde nichts.  Übriggeblieben ist der Typoskript, den sie bis zu ihrem Lebensende aufbewahrt hat. Heute lade ich einen ersten Teil davon hoch. Astrid-Uta Wahls Oberbergheimer Str. 56 4788 Warstein-Oberbergheim Wir und die Tiere, die uns nicht gehören. Heute,‭ ‬ein Tag in der Mitte des Monats August,‭ ‬ein grausamer Tag im Leben eines kleinen Zimmertigers,‭ ‬-‭ ‬Laura‭ ‬-,‭ ‬weiblich,‭ ‬Gattung Hauskatze,‭ ‬Farbe schwarz,‭ ‬Augenfarbe grün,‭ ‬wie frisches Maigrün der Birken.‭  ‬Leichte Kahlschläge,‭ ‬genannt Geheimratsecken,‭ ‬zwischen den Ohren bis hin zu den Augen verlaufend....