Hallo zusammen,
nun werde ich die Fortsetzung von Utas Erzählung hochladen.
Fortsetzung folgt.
An
der Reception des Campingplatzes waren wir wie alte Freunde begrüßt
worden, wir hatten das Gefühl, wieder zu Hause zu sein. Jörn kam
bei Einbruch der Dunkelheit glücklich und kaputt vom Wasser. Der
erste Test des Surfmaterials war ohne Bruch von statten gegangen.
An
diesem Abend wurde nicht selbst gekocht, - Pflichtübung: „Villa
Nueva“. Das ist eine andalusisches Speiserestaurant, in dem noch
am wenigsten Touristen essen, sondern hauptsächlich einheimische
Familien und Ausflügler. Das Lokal ist furchtbar ungemütlich, denn
es ist durch viele Neonlichtröhren so hell erleuchtet wie eine
Bahnhofshalle. Unsere blassen Gesichter wirkten dadurch natürlich
noch grünlicher.
Dafür
hat das kleine Restaurant aber eine Küche, toll. An diesem Abend
haben wir uns richtig verwöhnt, mit Almechas in Knoblauchsauce, Urta
in Cognac, Fresas con nata und hinterher einen Kaffee mit einem
Carlos I. Da meine Spanischkentnisse noch fast Null sind, hoffe ich,
daß mein wahrscheinlich etwas erfahrener Leser weiß, um welche
Speisen es sich oben handelt. Almechas sind die hübschen kleinen
Muschelchen, die wir schon als Kinder gern an jedem Strand gesucht
haben. Urta ist ein Fisch, und ich liebe ihn besonders, weil
er anscheinend keine Gräten hat. Ja, und Fresas, das sind die
köstlichsten frischen Erdbeeren mit Sahne, die man sich vorstellen
kann.
Wir
genossen den Abend, denn wir wußten, daß es nicht viele dieser
Abende geben würde. Für unseren Urta hatten wir in Zukunft die
Harpune bei und das Rezept würden wir
schon irgendwie heraustüfteln.
Die
Sterne leuchteten wie immer ganz anders hier unten, als wir das Lokal
verließen und Pepe der Kellner uns noch mitteilte, wann die nächsten
wichtigen Fußballspiele im Radio übertragen würden. Er ist
nämlich Fußballfan und hängt auch beim Servieren immer mit einem
Ohr an einem kleinen Kofferradio. Nur hier sieht man das nicht so
eng. Schön, wieder hier zu sein.
Am
nächsten Morgen waren wir ½ 8 Uhr aus den Federn. Der Arbeitstrott
von zu Hause steckte noch in den Knochen. Jörn holte die ersten
frischen Paninis, kleine Weißbrote, und ich machte mich für das
Frühstück schön.
Dann
saßen wir beide vor unserem Wohnwagen, schauten auf‘s Meer und in
die Runde und guckten unseren Stehplatz für die nächsten 2 Monate
aus. Wir hatten zwar schon einen ins Auge gefaßt, dieser war aber
zur Zeit noch von einem Zelt belegt. Zu unserer Freude begann man
dort aber mit dem Packen. Wir hatten mal wieder Glück. Unser Platz
auf dem Plateau mit Sicht bis rüber nach Afrika oder Las Dunas wurde
frei.
Nach
dem Frühstück zogen wir um, mit der Schlafecke in die Pinien und
mit der Sitzecke Sicht auf‘s Meer und unser Plateau.
Die
„Düse“ entführte Jörn auf‘s Meer und ich hatte Ruhe, das
Geschirr zu spülen, richtig aufzuräumen und den ersten Rundgang auf
dem Campingplatz zu machen.
Zwei
niedliche kleine Katzen fielen mir auf, die Eine grau mit einem
weißen Lätzchen auf der Brust und einem richtigen Augenmakeup, so
in der Art, wie sich Cleopatra einst in Ägypten anzumalen pflegte.
Das andere Kätzchen hatte die gleiche hübsche Augenzeichnung und
auch ein weißes Lätzchen, nur das Fell hatte eine rötlich-braune
Farbe. Die Beiden spielten in der Sonne und ich genoß den Frieden.
Ich hatte das Gefühl: „hier ist die Welt noch in Ordnung.“
Lange
hielt dieses Gefühl allerdings nicht an. Für den nächsten Tag war
eine Fahrt zum Flughafen nach Malaga geplant. Dort wollten wir einen
Freund von Jörn abholen und gleichzeitig noch ein Paar Dinge, wie
z.B. frisches Obst, einkaufen.
Wir
hatten gerade gefrühstückt, und ich spülte
das Geschirr am Waschplatz. Da kamen die beiden Schäferhündinnen
Trifa und Mutril des Campingplatzbesitzers vorbei. Trifa trug stolz
in der erhobenen Schnauze das kleine grau-weiße Kätzchen. Ich
schrie nach Jörn. Da ich die Hunde noch nicht kennengelernt hatte,
war meine Angst, ihnen die Beute abzujagen, zu groß. Jörn jedoch
zog seinen einen Holzschuh aus, brüllte und warf den Holzschuh nach
der Hündin. Diese ließ vor Schreck die kleine Katze in den Sand
fallen. Ich stürtzte hin und sah ein kleines verschmutztes und mit
Blut beschmiertes Wesen, das sich nich mehr rührte.
Jörn
hob das kleine Kätzchen vorsichtig auf, legte es auf einen
Campingstuhl und schickte mich fort um Wasser und einen Schwamm zu
holen. Dann reinigte er den kleinen Körper und befühlte die
Beinchen und den Körper und meinte: „es scheint nichts gebrochen zu sein, sie hat wohl einen Schock. So wie die Hündin sie trug, sah es mir aus, als sei sie in der Babystarre.“
Beinchen und den Körper und meinte: „es scheint nichts gebrochen zu sein, sie hat wohl einen Schock. So wie die Hündin sie trug, sah es mir aus, als sei sie in der Babystarre.“
Jörn
hatte mal wieder Recht. Das Kätzchen bewegte sich, versuchte sich
aufzurichten und fing laut an zu schreien.
Ich holte unsere Camping-Kinderbadewanne
und polsterte diese mit Lappen und einem alten Handtuch aus. Wir
setzten die Kleine hinein und stellten ein Schüsselchen Milch dazu.
Die Kleine schleckte sofort die ersten Tropfen.
Was
machen wir nun mit dem Kätzchen. Wir mußten los, mach Malaga zum
Flughafen. Jörn entschied: „sie bleibt im Wohnwagen, sonst ist
sie mit ihrem Schock vor den Hunden nicht sicher.“
Mir
war gar nicht wohl bei diesem Gedanken. - Der Wohnwagen hatte gerade
einen neuen Teppichboden bekommen, die Betten waren frisch bezogen
und dann sollte so ein kleines Tierchen allein im Wohnwagen bleiben?
Jörn
machte mir klar, daß es die einzige Chance des kleinen Wesens war,
um vielleicht zu überleben. Er füllte ein Kästchen mit Sand, dann
stelle er alles die Wanne mit Kätzchen und Milch und das
Sandkästchen in den Wohnwagen, verschloß die Tür, und wir fuhren
nach Malaga, - ich mit ganz besonders gemischten Gefühlen.
Auf
unsere Einkäufe konnte ich mich nur schlecht konzentrieren und das
Warten auf das Flugzeug dauerte und dauerte. Der erwartete Passagier
war nicht dabei, er hatte die Maschine in Deutschland verpaßt.
So
ging‘s denn heimwärts. Unterwegs kaufte Jörn im Supermarkt noch
Schweineherz. Ich hatte jedenfalls nur einen Gedanken: „was
machen wir, wenn die Kleine tot bei uns im Wohnwagen womöglich im
Bett liegt?“ Jörn hatte dazu nur den trockenen Satz parat: „Dann
nehmen wir den Spaten.“ Mir wurde immer komischer.
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