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Wir und die Tiere, die uns nicht gehören - 3 -

Hallo zusammen,

in der heutigen Post noch ein Paar Zeilen aus Utas Erzählung über "die Katzen von Tarifa", wie  sie sie auch oft genannt hat.

Fortsetzung folgt.


Nach 10-stündiger Abwesenheit kamen wir dann an unserem Wohnwagen an.  Ich hatte immer bei so einer Gelegenheit „Jörn vor“.   Er öffnete die Tür, schaute hinein, und sagte:  „ach, schau mal an.“  Da hatte ich auch den Mut, in den Wohnwagen zu schauen.  Die Wanne war leer.  Die Kleine saß mitten auf unserem Bett, in die Kissen gekuschelt, war frisch geputzt und wie aus dem Ei gepellt.  Sie schaute uns, ihre neuen Urlaubseltern mit großen Kinderkatzenaugen an und sagte:  „Miau.“

Jörn ordnete an, daß Cleo, so tauften wir die Kleine, noch einen Tag im Wohnwagen bleiben solle.  Sie bekam erst mal eine Portion geschnittenes Schweineherz und benahm sich beim Fressen wie ein kleines Raubtier.
Vor dem Wohnwagen hatte sich die kleine Rotbraune aufgebaut, wohl das Schwesterchen von Cleo, sowie eine große schwarz-weiße Katze.  Beide rochen scheinbar, daß es bei uns was Gutes gab.
So wurde denn auch draußen etwas Schweineherz serviert.  Die große schwarz-weiße Katze ging sehr mütterlich mit den beiden Kleinen um und wir nahmen zuerst an, daß es sich um die Mutter der Kätzchen handelte.  Es stellte sich aber später heraus, daß wir einen Kater vor uns hatten.  Daraufhin nannten wir ihn Derdiedas.
Die kleine Schwester von Cleo tauften wir Blondie und sie brachte uns in ihrer Gier nach Fleisch und Fisch so manchen Ratscher auf der Haut bei.  Sie hatte nämlich die Angewohnheit, sofort mit den Krallen zuzuschlagen, wenn ihr etwas mit der Hand gereicht wurde.

Die kommende Nacht verbrachten wir nun mit einer Katze Cleo im Wohnwagen, ein völlig neues Gefühl für mich.  Man hatte mich immer wieder davor gewarnt, in Spanien oder anderen warmen Ländern ein Tier anzufassen, „Hepatitis“ - und so.  Nun waren wir kaum hier und hatten schon ein Tier im Wohnwagen.  Sowas kann man zu Hause kaum erzählen.  Ausgerechnet ich, wo doch fast jeder meiner Freunde meinen Stammsatz kennt:  „klinisch rein“.  Oh nein!

Am nächsten Morgen ging Cleo nicht mehr von unserer Seite.  Sie sprang, als wir noch im Bett lagen, vor Jörn auf die Decke, stubste Jörn mit dem Näschen, tat die Öhrchen ganz nach vorn, sah uns an und sagte: „miau.“
Na gut, Frühstückszeit.  Aber vorher erst mal frisch machen.  Ich ging hinüber zum Waschtrakt für Damen und Cleo folgte mir.  Ich beobachte, wie sie sich vor der Duschkabine mit einem Stück Tempotaschentuch amüsierte.  Nachdem ich meine Wasserspiele beendet hatte, ging ich zum Wohnwagen zurück und Cleo kam sofort nachgelaufen.
Mir war nun eins klar, wir hatten eine Katze.
In diesem Augenblick ahnte ich natürlich noch nicht, daß das erst der Anfang war.
Beim Frühstück bauten sich Cleo, Blondie und Derdiedas am Tisch auf und wir bereiteten in 3 flachen leeren Konservendosen Katzenfrühstück zu.  Brotstückchen in Milch eingeweicht und mit etwas Wasser verdünnt.  Die Drei stürzten sich hungrig darauf und vertilgten alles sofort.
Es waren wahrscheinlich schon etwas länger keine katzenfreundlichen Touristen mehr hier auf dem Platz gewesen.  Während wir nun endlich am Kaffeetisch saßen, wurde gebettelt.  Blondie ging dabei so weit, und hatte Jörn die Krallen durch den Trainingsanzug ins Bein.  Sie hatte wirklich das Temperament einer Rothaarigen und zog dadurch oft den Kürzeren.  In diesem Fall gab Jörn ihr einen Klaps.  Bei den anderen Katzen hatte diese Methode Erfolg und sie lernten es, das Essen zart aus der Hand zu nehmen, nur Blondie blieb, zumindest als Jungtier ein richtiges Raubtier.

Das komische war allerdings, daß sie furchtbar gern schmuste und dabei die meiste Ausdauer hatte.  Ich besaß einen gelben kurzärmeligen Angora-Pullover und der hatte es ihr ganz besonders angetan, vielleicht weil er fast die gleiche Farbe hatte wie sie selbst?  Sie nuckelte mit Hingabe an der Wolle und die kleinen Vorderfüßchen bewegten sich im Milchtritt.  Den Pullover nahm ich natürlich am Ende des Urlaubs ziemlich lädiert wieder mit nach Hause.
Auch später war Blondie diejenige, die auf mein Rufen hin kam, vertrauensvoll an mir hochkletterte, um sich in meinem Nacken in meinem Haar niederzulassen.  Zum bequemen Sitz von Blondie auf mir fehlte eigentlich nur noch ein Buckel.

Cleo dagegen liebte es zwar, mit mir und Derdiedas auf der Liege in der Sonne zu liegen, wurde aber nicht so gern gestreichelt.  Sie suchte zwar immer meine Nähe, liebte dabei aber ihre Ruhe.

Derdiedas hingegen ließ alles mit sich machen, Hauptsache es war nicht naß sondern schön warm und kuschelig und Hauptsache, es gab regelmäßig Futter.  Er hatte seine Lektion bereits gelernt.
Mit den beiden kleinen war er immer sehr lieb und putzte und leckte sie ständig, ein komischer Kater.





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