Ende 2004 hat Uta einen Brief an eine alte, liebe Freundin von Ihr aus Hamburg geschrieben, einen Brief, welchen ich aus zwei Gründen hervorheben möchte: zuerst erzählt, beschreibt und philosophiert sie in diesem Brief über ebenfalls zwei Aspekte der Kultur und Mentalität meiner Landsleuten, die sie immer besonders irritiert haben: ihren losen Umgang mit Hygiene und Sauberkeit - und ihr gespaltenes Verhältnis zu Besitz und Eigentum anderer; zwei tief verwurzelte, kulturell und historisch tief verankerte (und scheinbar allem Optimismus und Schönfärberei zum Trotz aus dem kollektiven Unterbewußtsein nicht zu entfernende bzw. zu heilende) Neigungen vieler meiner Mitmenschen in diesem Land. Zweitens erzählt sie über unsere ersten Ferien auf Curacao, eine Insel, die wir noch drei mal besuchen würden, obwohl sie in diesem Brief, "nie wieder Curaçao" geschreiben hat. Die in diesem Brief beschriebene Anlage haben wir nicht mehr besucht, wir haben eine viel bessere, ruhigere und schönere in Westpunt, am westlichen Ende der Insel gefunden. (Und sie erzählt kurz über einen Kapuzineraffen, der damals unsere Nachbarschaft eine Zeit lang terrorisiert hat!)
3. Dezember 2004
Liebe I.,
habe ganz lieben herzlichen Dank für Dein Päckchen mit dem Kalendern, Deinen lieben Geburtstagswünschen und der wunderschönen Briefkarte. Diese kommt wieder gerahmt an die Wand. Solch schöne Dinge gibt es hier nicht und sie sind ganz besonders kostbar für uns. Das Jahr 2005 ist nun wieder gerettet, Dank Deiner Kalender. Die Indios sind immer hingerissen von dem Ihr Platz-Kalender und schauen ihn bei jeder Gelegenheit an - zurück bis ins Jahr 1996. (Für uns immer etwas zeitraubend!!) Ein Kalender kommt in die Praxis, der 2te in den Privatbereich (unsere Kalenderwand), der Taschenkalender wird gehütet wie der Augapfel. Nun beschneiden auch hier die Leute die Bäume nach diesen Mondangaben und die Haare ebenfalls. Puh - und dann kommen sie und fragen, wann es die beste Mondzeit sei, um das Schwein zu kastrieren - schrecklich. Aber wir leben halt hier mitten in einer alten Kultur, da muß man sich etwas Hornhaut auf den Gefühlen verschaffen. Andererseits sind wir integriert und gehören dazu, auch ich. Wo gibt es das sonst auf der Welt? Wir sind ein Teil, ein wichtiger!, dieser Dorfgemeinschaft und werden nach wie vor totgeliebt. Wenn wir nach einer kleinen Reise zurückkommen heißt es immer wieder: „Sie haben uns gefehlt“, - und das ist ehrlich gemeint. Wir putzen immer noch selbst und wir werden das auch nicht mehr ändern. Lediglich, wenn Freundin Olga eingehütet hat, dann hab ich null Bock deren Dreck zu wischen, vor allen Dingen im Sanitärbereich. Habe eine Superlösung gefunden: zahle ein Supergehalt für 1 Putztag und Olga läßt ihr Patenkind kommen (Señorita Dilse, diese putzte schon früher mal für uns) und alles durchputzen. Sie muß Señorita Dilse gut beaufsichtigen, da sonst mal was fehlt. So kommen wir wenigstens in ein sauberes Haus zurück und nicht in nen Dreckstall. Unser Privatbereich ist mit neuer massiver Tür hermetisch von „innen“ verriegelt, Olga wohnt im Schlafbereich der Praxis, benutzt die Küche und den Dachgarten-Wohnbereich. Vor jedem Urlaub muß alles, was einem lieb ist und was man behalten möchte in die Privatfestung in „Sicherheit“ gebracht werden. Da sind wir jetzt Profis und das klappt gut. In Deutschland ist sowas unvorstellbar - hier notwendig. Wenn ich bedenke, wer in Deutschland alles Schlüssel zu meiner Wohnung hatte und dort sogar Verwandte übernachten ließ - und die Reiki-Treffen, die in meiner Abwesenheit stattfanden. Da fehlte nie etwas und immer war alles ordentlich und sauber. Das sind hier Träume. So sind wir froh, diese neue Regelung gefunden zu haben und somit „Freiheit“.
Das Wasserproblem hat sich nicht geändert, man stellt sich darauf ein. Nur Besuch, wie früher, ist nicht mehr drin. Da haben wir nun auch eine Lösung gefunden, eine viel bessere! Wir treffen uns mit Freunden auf der Isla Margarita und haben dort wenigstens Zeit. (Hier sind wir ständig gefordert und Besuch wäre Streß hoch 10 für mich). Für Mai habe ich vor, eine Wohnung oder 2 Hotelzimmer zu mieten, bin noch auf der Suche. Dann machen K., B., Sérvulo und ich gemeinsam Ferien, das Haus hier, plus Viehzeug wird gegen Bezahlung von Olga + Reculio (unser alter Indio, der das Hundefutter 2x pro Woche ranschleppt) versorgt.
Nun zum Affen: der trieb es so arg, daß er von Leuten in der Nachbarschaft vergiftet wurde. Wir konnte ja kein Fenster mehr offenlassen, (und wir haben welche, die man schließen kann), die Nachbarn, die keine Fenster haben , hatten auch nachts Besuch. So ein Affe klaut ja nicht nur, er verwüstet ja auch und wenn er mal „muß“ - dann sch...t er, egal wo und wie. Möchte mal jemanden in Europa sehen, der das noch niedlich findet.
Curaçao war ein Flop, ein sauteurer. Wir hatten Wohnung (1 Raum mit Bad) gemietet und Transfer. Die Anlage hieß Curasun. 3 Stunden warteten wir am Flughafen auf Abholung, da war der 1. Urlaubstag rum. Nach vielen Telefonaten holte uns eine nette Dame ab, die Wohnungsbesitzer machten Urlaub. Die Anlage lag an einer Hauptverkehrstraße, absolut nicht ruhig, die Klimaanlage machte Geräusche wie ein Preßlufthammer und der Kühlschrank war an den Außenwänden so heiß, daß ich die Badesachen, dort aufgehängt, gut trocken bekam. Dann wollten die guten Leute plötzlich die Bezahlung anstatt $ in € und nur auf meine Frage, wo ich diese herholen sollte, blieb man bei $. Der Transfer war gestrichen, wir mußten ein Taxi nehmen (30$). Curaçao ist saugefährlich. Bei der Leihwagenvermietung (ohne geht nichts) sagte man mir, ich müsse den Wagen immer in Sichtweite haben, den Vorgänger hatte man auf „bewachtem“ Parkplatz in 1 Stunde alle 4 Räder geklaut. Du kannst Dir denken, welches Urlaubsgefühl da aufkam - gar keins! Ständig hatte man Angst um diese Karre und um die $500, die man als Pfand nicht zurückbekommen hätte und als Höhepunkt klaute man Sérvulo am Strand die Geldbörse! vor unseren Augen. Wir hatten -badend- unsere Sachen und das Auto ständig unter Kontrolle, dachten wir, jemand hatte sich rangeschlichen, die Rucksäcke umgedreht und gefilzt. Der dunkle Urwald im Hintergrund hat uns keine Bewegung gezeigt, der Dieb war gut getarnt. Gott sei Dank waren DM 1,50 (umgerechnet) in der Börse, Flop für den Dieb. Fazit: der Urlaub war teuer, wir hatten wenig Schlaf und konnten uns nicht „fallenlassen“ - also nie wieder Curaçao.
Sérvulo hat eine Empfehlung für ein homöopath. „Augenmittel“ für Dich: Alumina C200. Davon brauchst Du nur 1 Mal 1 Kügelchen nehmen: Die Heilungsreaktion, „Erstverschlimmerung“ kann mit Bachblüten: Rescue Remedy gemildert werden. Viel Glück!
Und nun, frohe Weihnachten und alles Gute für 2005. Separat geht ein (Dein) Päckchen an Dich ab, der nächste Balkonsommer kommt bestimmt.
Alles Liebe von Deiner
Uta + Sérvulo.
3. Dezember 2004
Liebe I.,
habe ganz lieben herzlichen Dank für Dein Päckchen mit dem Kalendern, Deinen lieben Geburtstagswünschen und der wunderschönen Briefkarte. Diese kommt wieder gerahmt an die Wand. Solch schöne Dinge gibt es hier nicht und sie sind ganz besonders kostbar für uns. Das Jahr 2005 ist nun wieder gerettet, Dank Deiner Kalender. Die Indios sind immer hingerissen von dem Ihr Platz-Kalender und schauen ihn bei jeder Gelegenheit an - zurück bis ins Jahr 1996. (Für uns immer etwas zeitraubend!!) Ein Kalender kommt in die Praxis, der 2te in den Privatbereich (unsere Kalenderwand), der Taschenkalender wird gehütet wie der Augapfel. Nun beschneiden auch hier die Leute die Bäume nach diesen Mondangaben und die Haare ebenfalls. Puh - und dann kommen sie und fragen, wann es die beste Mondzeit sei, um das Schwein zu kastrieren - schrecklich. Aber wir leben halt hier mitten in einer alten Kultur, da muß man sich etwas Hornhaut auf den Gefühlen verschaffen. Andererseits sind wir integriert und gehören dazu, auch ich. Wo gibt es das sonst auf der Welt? Wir sind ein Teil, ein wichtiger!, dieser Dorfgemeinschaft und werden nach wie vor totgeliebt. Wenn wir nach einer kleinen Reise zurückkommen heißt es immer wieder: „Sie haben uns gefehlt“, - und das ist ehrlich gemeint. Wir putzen immer noch selbst und wir werden das auch nicht mehr ändern. Lediglich, wenn Freundin Olga eingehütet hat, dann hab ich null Bock deren Dreck zu wischen, vor allen Dingen im Sanitärbereich. Habe eine Superlösung gefunden: zahle ein Supergehalt für 1 Putztag und Olga läßt ihr Patenkind kommen (Señorita Dilse, diese putzte schon früher mal für uns) und alles durchputzen. Sie muß Señorita Dilse gut beaufsichtigen, da sonst mal was fehlt. So kommen wir wenigstens in ein sauberes Haus zurück und nicht in nen Dreckstall. Unser Privatbereich ist mit neuer massiver Tür hermetisch von „innen“ verriegelt, Olga wohnt im Schlafbereich der Praxis, benutzt die Küche und den Dachgarten-Wohnbereich. Vor jedem Urlaub muß alles, was einem lieb ist und was man behalten möchte in die Privatfestung in „Sicherheit“ gebracht werden. Da sind wir jetzt Profis und das klappt gut. In Deutschland ist sowas unvorstellbar - hier notwendig. Wenn ich bedenke, wer in Deutschland alles Schlüssel zu meiner Wohnung hatte und dort sogar Verwandte übernachten ließ - und die Reiki-Treffen, die in meiner Abwesenheit stattfanden. Da fehlte nie etwas und immer war alles ordentlich und sauber. Das sind hier Träume. So sind wir froh, diese neue Regelung gefunden zu haben und somit „Freiheit“.
Das Wasserproblem hat sich nicht geändert, man stellt sich darauf ein. Nur Besuch, wie früher, ist nicht mehr drin. Da haben wir nun auch eine Lösung gefunden, eine viel bessere! Wir treffen uns mit Freunden auf der Isla Margarita und haben dort wenigstens Zeit. (Hier sind wir ständig gefordert und Besuch wäre Streß hoch 10 für mich). Für Mai habe ich vor, eine Wohnung oder 2 Hotelzimmer zu mieten, bin noch auf der Suche. Dann machen K., B., Sérvulo und ich gemeinsam Ferien, das Haus hier, plus Viehzeug wird gegen Bezahlung von Olga + Reculio (unser alter Indio, der das Hundefutter 2x pro Woche ranschleppt) versorgt.
Nun zum Affen: der trieb es so arg, daß er von Leuten in der Nachbarschaft vergiftet wurde. Wir konnte ja kein Fenster mehr offenlassen, (und wir haben welche, die man schließen kann), die Nachbarn, die keine Fenster haben , hatten auch nachts Besuch. So ein Affe klaut ja nicht nur, er verwüstet ja auch und wenn er mal „muß“ - dann sch...t er, egal wo und wie. Möchte mal jemanden in Europa sehen, der das noch niedlich findet.
Curaçao war ein Flop, ein sauteurer. Wir hatten Wohnung (1 Raum mit Bad) gemietet und Transfer. Die Anlage hieß Curasun. 3 Stunden warteten wir am Flughafen auf Abholung, da war der 1. Urlaubstag rum. Nach vielen Telefonaten holte uns eine nette Dame ab, die Wohnungsbesitzer machten Urlaub. Die Anlage lag an einer Hauptverkehrstraße, absolut nicht ruhig, die Klimaanlage machte Geräusche wie ein Preßlufthammer und der Kühlschrank war an den Außenwänden so heiß, daß ich die Badesachen, dort aufgehängt, gut trocken bekam. Dann wollten die guten Leute plötzlich die Bezahlung anstatt $ in € und nur auf meine Frage, wo ich diese herholen sollte, blieb man bei $. Der Transfer war gestrichen, wir mußten ein Taxi nehmen (30$). Curaçao ist saugefährlich. Bei der Leihwagenvermietung (ohne geht nichts) sagte man mir, ich müsse den Wagen immer in Sichtweite haben, den Vorgänger hatte man auf „bewachtem“ Parkplatz in 1 Stunde alle 4 Räder geklaut. Du kannst Dir denken, welches Urlaubsgefühl da aufkam - gar keins! Ständig hatte man Angst um diese Karre und um die $500, die man als Pfand nicht zurückbekommen hätte und als Höhepunkt klaute man Sérvulo am Strand die Geldbörse! vor unseren Augen. Wir hatten -badend- unsere Sachen und das Auto ständig unter Kontrolle, dachten wir, jemand hatte sich rangeschlichen, die Rucksäcke umgedreht und gefilzt. Der dunkle Urwald im Hintergrund hat uns keine Bewegung gezeigt, der Dieb war gut getarnt. Gott sei Dank waren DM 1,50 (umgerechnet) in der Börse, Flop für den Dieb. Fazit: der Urlaub war teuer, wir hatten wenig Schlaf und konnten uns nicht „fallenlassen“ - also nie wieder Curaçao.
Sérvulo hat eine Empfehlung für ein homöopath. „Augenmittel“ für Dich: Alumina C200. Davon brauchst Du nur 1 Mal 1 Kügelchen nehmen: Die Heilungsreaktion, „Erstverschlimmerung“ kann mit Bachblüten: Rescue Remedy gemildert werden. Viel Glück!
Und nun, frohe Weihnachten und alles Gute für 2005. Separat geht ein (Dein) Päckchen an Dich ab, der nächste Balkonsommer kommt bestimmt.
Alles Liebe von Deiner
Uta + Sérvulo.
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