Heute vor genau zwei Jahren habe ich mit der Arbeit an diesem Blog begonnen. Auch wenn ich nur schleppend vorankomme, ein deutliches Bild meines vergangenen Lebens mit Uta nimmt bereits Gestalt an.
Nun sind zwei Briefe, von mir und von Uta, an der Reihe, aus unseren ersten Monaten in Chiguará. Das war vor 21 Jahren. Die Briefe waren für Jutta, bereits erwähnt in diesem Blog, und für Gordana, eine weitere Reiki-Schülerin von Uta - und wie Jutta ebenfalls Doktor in der Zahnheilkunde.
Nun sind zwei Briefe, von mir und von Uta, an der Reihe, aus unseren ersten Monaten in Chiguará. Das war vor 21 Jahren. Die Briefe waren für Jutta, bereits erwähnt in diesem Blog, und für Gordana, eine weitere Reiki-Schülerin von Uta - und wie Jutta ebenfalls Doktor in der Zahnheilkunde.
8. Juni 1997
Liebe Jutta,
nun sind wir schon 2 Monate hier und haben immer noch
nicht alle Kartons ausgepackt. Seit
November 1996 haben wir eingepackt und unseren Container vorbereitet. Dabei hatten wir alles Glück, was man sich so
wünscht. Eigentlich wollte ich mein Auto
mit nach Venezuela nehmen, hatte es auch schon durchreparieren lassen, dann
versagte es am 2. Weihnachtstag wieder wegen der Lichtmaschine. Nun wurde mir die Geschichte zu heiß und ich
dachte an „Verkauf“. Ein Kollege, der
eigentlich unseren Wohnwagen kaufen wollte, brachte zur Besichtigung desselben
einen Kumpel mit und der interessierte sich für das nicht mehr fahrtüchtige
Auto. Für 500,- DM kaufte er es. Er fragte, ob der Motor nicht in Ordnung sei
und ich rief zur Bestätigung meine Werkstatt an. Der Inhaber der Werkstatt bot mir für mein
Auto gleich DM 1.000,- -nur, der Typ, der das Auto für 500,- DM kaufen wollte,
unterschrieb sofort den Kaufvertrag und irgendwie fand ich das schon in
Ordnung. Danach stellte sich heraus, daß
der Typ die besten Verbindungen im Bereich Seefracht in Hamburg hatte und er
hat dann unseren Container-Transport incl. Verpackung übernommen, für DM
2.500,- -billiger als die anderen Angebote, die ich erhalten hatte. So läuft das nun mal im Leben und
Großzügigkeit zahlt sich aus. Unsere
Sachen sind total ok hier angekommen, lediglich 1 gläserner Kerzenleuchter war
kaputt, weil ich ihn schlecht verpackt hattte.
Selbst diesen Brief schreibe ich auf dem Computer aus Deutschland, der
die Reise recht gut überstanden hat. In
Venezuela hat uns die Verzollung incl. Transport zwar noch einmal 2.700 Dollar
gekostet, dafür hat der Zoll aber auch keinen der Kartons (insgesamt 247)
geöffnet. Der Transport nach Chiguará
war bewaffnet, was hier im Land wohl ganz wichtig ist, denn die Kriminalitätsrate
ist sehr hoch. Hier in unserem Dorf
merkt man allerdings davon nichts. Die
Menschen haben uns liebenswürdig in ihren Kreis aufgenommen, was, weil alle
Langeweile haben, für uns manchmal recht stressig ist. Man bringt uns Gemüse und Früchte und
versucht, uns regelmässig von der Arbeit abzuhalten und davon haben wir im
Moment genug. Wir haben im Dachbereich
Sérvulos Praxis mauern lassen und streichen und richten ein. Das geht natürlich nicht so nach Terminplan
wie in Germany. Allein, Geld von der
Bank zu holen, dauert einen halben Tag.
– 1 Stunde Hinfahrt, 2 Stunden rumstehen und warten, eine Stunde
Rückfahrt. Meistens schaffen wir nicht
alle Besorgungen, die wir uns
vorgenommen haben. Mittlerweile sind wir
richtige Chiguarenios und vieles kratzt einen nicht mehr so wie in Europa. Die Werte sind hier anders.
Wir sind in den Tropen und da laufen die Uhren und
Beurteilungen anders. Mich stört es
nicht mehr, wenn die Wäsche, egal, ob sie frisch aus dem Karton kommt, oder
frisch gewaschen ist – leicht säuerlich stinkt.
Es ist immer feucht. Schuhe in
Plastikfolie schimmeln und alles muß ständig gelüftet werden. Nun haben wir aber Regenzeit, was wunderbar
ist, denn alles grünt und blüht, - aber – alles gammelt auch. Die Fülle, die in Europa herrscht, ist hier
unangebracht. Unsere alte Waschmaschine,
System: Wasser per Schlauch rein,
wischi/waschi per Quirl, Wasser per Schlauch raus – alles kalt versteht sich, hat
mich am Anfang wütend gemacht, jetzt hat sich die Wut gelegt. Für uns beide, für mich wie auch für Sérvulo,
kehrt langsam Ruhe und Frieden ein.
Vieles ist nicht mehr so wichtig, andere Werte zählen. Wir freuen uns über den Kolibri, der uns im
Garten umkreist oder den blauen Schmetterling.
Wir freuen uns über jedes Pflänzchen, was sprießt. Es ist eine Freude morgens gegen 9 Uhr am
Kaffeetisch in der Küche oder auf dem Dachgarten zu sitzen und den bunten
Vögeln auf dem Fensterbrett zuzuschauen.
3 Vogelpaare haben in unserer Nähe am Haus ihre Jungen großgezogen und
bringen diese nun zum Bananenschmaus auf dem Fensterbrett mit. Diese bunte Pracht wird von den Menschen hier
gejagt, um sie in Käfige zu sperren und wir sind gerührt, zu erfahren, daß die
Vogeleltern ihre Kinderchen mit zum Fressen zu uns bringen. Wir vergessen dann das Frühstück und schauen
nur.
Im Garten haben wir 2 Stellen vorbereitet, auf denen man
gut Liegen aufstellen kann, um, umgeben von Bananen, Kaffee und Kakao das
Tropengrün zu genießen. Wir haben dabei
an unseren lieben Besuch aus Deutschland gedacht. Wir würden uns freuen, wenn auch Ihr einen
Besuch zu uns schaffen würdet. Die Anden
haben eine ganze Menge zu bieten, das spirituelle Wachstum ist enorm, die
Schwingung sehr erfahrungsreich. Vor
allen Dingen aber genießen wir Ruhe und Frieden. Ich bin bereits so weit, daß ich mir ein
Leben in Europa gar nicht mehr vorstellen möchte.
Kannst Du Dir vorstellen, wie es ist, am Computer zu
sitzen, bei offener Tür im Garten, Sicht auf unsere Bananen, angenehm warm, hin
und wieder eine Ablenkung durch das Kreischen der bunten Vögel oder des
Kolibris, der die Bananenblüte besucht.
Da ist die Welt schon ganz schön in Ordnung.
Nun, wir haben hier zum Anfang auch viel Mist erlebt,
wurden in Puerto Cabello (bei der Verzollung unserer Sachen) am Strand (belebt)
in Sichtweite des Hotels in einen bewaffneten Raubüberfall verwickelt und haben
uns von unserem gesamten Bargeld in Dollar (unseren Grundstock für ca. 1 ½ Jahre Leben hier) getrennt, das im doppelten
Boden der Badetasche war und wahrscheinlich bis heute von den Räubern nicht
gefunden wurde. Vom Ehering bis zu den
persönlichen Papieren wechselte alles den Besitzer und es war stressig, einen
neuen Paß in Caracas zu erhalten und letztlich hat uns das, wegen der
Wartezeit, Containergebühren gekostet.
Wir haben dadurch fast 3 Wochen gebraucht, den Container zu löschen,
denn – ohne Geld – kein Schmieren. Das
ist aber nun alles vergessen. Wir haben
gelernt, Situationen besser und kritischer zu betrachten und sind vorsichtiger
geworden. Tropische Strände sind
allerdings im Augenblick nicht unser Ding.
Ich verstehe endlich, warum die Touristen immer in Hotelcentren
versteckt werden. Die ahnen gar nicht,
wie gefährlich sich hier Situationen entwickeln können. – Und, in Chiguará
gehen die Uhren auch auf diesem Gebiet noch anders. Ich bin immer wieder erstaunt, wie ehrlich
die Leute hier sind. Vorgestern lieh ich
einer alten Frau ein Regencape und ich dachte, das siehst Du nie wieder, heute
kam die alte Frau und brachte mir das Cape und 10 Eier und bedankte sich noch
einmal – ich war gerührt.
Die Menschen sind hier sowieso immer bereit, für eine
Gefälligkeit etwas zu geben. Die Kinder kommen mit Kochbananen an, wenn sie bei
uns mal ein Video gesehen haben. Zum
Muttertag wurden wir gebeten, einen Kuchen zu backen (für die Frau unseres
Maurermeisters und Dachdeckers). Ich gab
Kuchen und Kuchenteller, wie man das in Deutschland macht und 2 Tage später kam
die Mutti mit 10 Eiern und Kuchenteller.
Unser Rührkuchen (schwarz-weiß) aus Deutschland ist hier unbekannt und
wird von allen Nachbarn herzlich gern gegessen.
Am Samstag waren wir bei den Nachbarn – das Haus unter
uns – zu einer Taufe eingeladen. 12 Uhr
war Kirche (sehr trocken und unpersönlich trist ohne Gesang und Gottesdienst –
nur Taufzeremonie) und danach gabs Mittagessen.
Ich finde es so zauberhaft, daß man uns (wir sind schließlich hier bunte
Hunde) so nett an- und aufnimmt. Die
Kiddys sind immer ganz neugierig auf die Alemannes und Sérvulo muß oft
klarstellen, daß er Venezolaner ist. Es
ist schon komisch, daß man ihn unter „DEUTSCH“ einstuft.
Also, liebe Jutta, wir fühlen uns mittlerweile
sauwohl. Finanziell haben wir uns
arrangiert und schreiben peu-à-peu und sind sehr sparsam. Wir sind sicher, daß die Praxis bald gut
anläuft, und geben bereits Probebehandlungen in Reiki und Rückentherapie, denn
die Leute im Dorf können nicht bezahlen, machen aber Mundpropaganda. Letztendlich sorgt das Universum für uns, das
merken wir jeden Tag und unser Vertrauen wächst. Für Ende August haben wir ein Reiki-Seminar
für den 1. Grad vorgesehen und Anfang November für den 2. Grad. Wir würden uns freuen, wenn zum 2. Grad liebe
Reiki-Freunde aus Deutschland kämen.
Ansonsten geben wir Liebe weiter und leben den Menschen
hier unsere Lebensanschauung vor. Seit 2
Tagen sind wir Adoptiveltern eines roten Hundes, der zu uns fressen kommt, und
uns wegen seiner Farbe an Quinta erinnert.
Wir haben ihn Aristokrat getauft.
Er ist sehr manierlich und nimmt das Brot ganz vorsichtig mit den
Zähnen. Er hat im Gegensatz zu den
anderen Hunden hier wenig Angst und hat ganz wache und klare Augen. Er hat klar geschnallt, wer wir sind, und
zeigt uns seine Zuneigung als Persönlichkeit, ohne sich selbst aufzugeben. Das gefällt uns sehr gut. Er schlingt nicht und frißt ganz manierlich
obwohl er großen Hunger hat – er hat halt was aristokratisches und paßt gut zu
uns. Er setzt sich still vor unsere
Garage und wartet, daß das Futter durchgereicht wird. Er streitet nicht mit den Hunden der Leute
links und rechts, er ignoriert sie, und sie trauen sich nicht, ihn zu
belästigen. Ein sehr interessantes
Tier. Ich bin gespannt, wie er sich
entscheidet. 2 Kätzchen kommen hier auch
regelmässig fressen, zeigen sich aber nicht gern. Morgens sind die Töpfchen immer leer und manchmal
Katzenhaare auf dem Küchentisch. Das
hört sich für Europäer blöd an aber bei uns ist alles offen. Egal ob Opossum oder Katze, alles kann ins
Haus. Der Kolibri fliegt von der Garage
durch die Küche und im Gästezimmer habe ich die Betten jetzt abgedeckt, weil
der Termitenfresser bei seiner Termitensuche immer auf das Bett k...t. Wir sind sehr eng mit der Natur
verbunden. Abends gehen wir zeitig
schlafen weil in der Regenzeit die Termiten schwärmen. Es ist ist dann ungemütlich und der Tag hat
viel mehr zu bieten.
So, liebe Jutta, der Platz wird knapp; das nächste Mal
mehr. Wir würden uns sehr freuen, von
Euch/Dir zu hören, und umarmen Dich/Euch in Gedanken.
8. Juni 1997
Liebe Gordana,
bitte verzeihe es uns, daß wir erst jetzt schreiben. Die anstehende Briefflut hat uns etwas
überrannt und auch die Ereignisse hier.
Wir packen immer noch unsere Kartons aus und gestalten unser Leben. Die Ankunft hier war nicht so hübsch. Ich wurde von Gallenkoliken geschüttelt,
Sérvulo hatte die Grippe und zu all diesen Dingen wurden wir bei der Verzollung
unseres Containers in Puerto Cabello in einen bewaffneten Raubüberfall verwickelt. Eigentlich sah das da alles ganz relax aus
und nach dem 1. Tag dort gingen wir mittags an das Strandstück vor unserem
Hotel, um etwas Sonne zu tanken und ein wenig zu essen. Der Strand war belebt, es wurde gebadet. Lange dauerte es nicht, da wurden wir von 3
Typen mit Machete und Messer überfallen und um unser Hab und Gut
erleichtert. Sérvulo lag am Boden, das
Messer an der Kehle – das war Überzeugung genug für mich, alles abzuliefern,
einschl. Ehering und Halskette. Wir
verloren alles. Alle Papiere, Paß,
Führerschein etc., sowie unser gesamtes Bargeld, das im doppelten Boden der
Badetasche untergebracht war und das die Räuber bestimmt bis heute nicht
gefunden haben. Die Badegäste flüchteten
übrigens. In Sekundenschnelle war der Strand leer – keiner half. Die Polizei kämmte bereits nach 15 Minuten
das Gelände durch und schnappte die Typen, einer konnte von Sérvulo
identifiziert werden. Unsere Sachen
haben wir jedoch bis heute nicht zurückbekommen. Es war eine schlimmer Rennerei, in Caracas
einen neuen Paß für mich, einen Ausweis für Sérvulo und ein neues Visum für
mich zu bekommen, was wir dann zumindest für das Visum teuer in 2 Tagen
schafften (ansonsten 2 Monate – Dollar 300, -).
Mit Geld geht hier alles, nur das hatten wir ja nicht mehr. Gott sei Dank wurden uns unsere Reiseschecks
innerhalb von 3 Tagen ersetzt, so konnten wir wenigstens unseren Container
auslösen. Auch hier wurden wir
ordentlich abgezockt mit 2.700 Dollar.
Dafür hat der Zoll keinen Blick auf unsere Unterhosen geworfen und der
Krempel wurde per bewaffneten Transport nach Chiguará transportiert. Alles kam wohlbehalten und ganz an und wir
sind glücklich darüber. Nun schnallen
wir den Gürtel etwas enger. Die neue
Praxis steht mit kleinen Mitteln und ist schön geworden. Sérvulo freut sich nach wie vor riesig über
den Blutdruckmesser – allerdings, es fehlen noch die Patienten. Die Leute hier haben kein Geld und so
behandelt Sérvulo hin und wieder gegen Naturalien – meistens Eier – und für
Mundpropaganda. Wenn es sich herumspricht,
dann kommen bestimmt auch Patienten, die zahlen können. Wir haben in Caracas eine Freundin, die
Werbung macht und an jeden Patienten verdienen wird, und für August haben wir
in einer Zeitschrift ein 1. Grad Reiki-Seminar inseriert. Nun sind wir zuversichtlich, das Universum
wird uns schon unterstützen. Es
geschehen hier so viele wundervolle Dinge, daß unser Glauben sehr gestärkt
wird. Für November (1. Woche) bieten wir hier ein Reiki-Seminar 2. Grad für
liebe Reiki-Freunde aus Europa an, und hoffen, daß wir zu diesem Zeitpunkt in
allen Bereichen schon viel weiter sind.
Das Haus ist in der Zwischenzeit sehr häuslich und unser
Haus geworden. Es hat viel Farbe
erhalten. Die Möbel sind in lila blau
gestrichen, es hängen endlich Gardinen an den Fenstern. Wir fühlen uns wohl. Die Menschen im Dorf sind sehr lieb zu uns
und wir werden von den Nachbarn besucht und eingeladen. Selbst zu einer Taufe waren wir schon
eingeladen und deshalb fühlen wir uns angenommen und geschätzt.
Seit gestern sind wir Adoptiveltern eines Hundes. Wir nennen ihn Aristokrat, denn er hat so
etwas Großartiges. Er frißt, obwohl er
großen Hunger hat, sehr manierlich, und hat kluge, freundliche Augen. Er ist mittelgroß (wie ein Retriever) und
rotbraun mit kurzem Fell. Mit anderen
Hunden streitet er nicht, sondern ignoriert sie, und sie alle lassen ihn in
Ruhe. Er scheint ein Souverän zu
sein. 2 Kätzchen kommen ebenfalls
regelmäßig und fressen bei uns. Letzte
Woche war ich beim Metzger und habe Tierfutter gekauft. (Eine gesamte Schweineinnerei mit Herz,
Lunge, Leber, Niere und Drumherum für ca. 800 Bolivar -das sind DM 3,70-). Das reicht erst mal für eine Woche. Ich habe das Zeug in einem riesigen Topf mit
Reis und Möhren gekocht und die Tiere sind wild danach. Sowas Gutes bekommen sie hier nicht und es
ist wohl der einzige Platz im Ort der sowas füttert. Die Tiere bekommen hier nur Abfall und
wir möchten dem Tierelend hier etwas abhelfen.
Die Menschen hier sind bitterarm. Sie schlafen auf Matten aus
Bananenfasern. Man kann sich in Europa
nicht vorstellen, was hier so alles geschieht.
Trotzdem geben die Menschen, was sie geben können. Wir verschenkten ein Bett mit Matratze und
bekamen dafür 20 Eier, dabei wollten wir das Bett nur los sein. Wir mußten hier erst mal in die Häuser
schauen, um zu erfahren, wie einfach die Menschen leben, denn die Häuser sehen
von außen gut aus. Dafür haben wir aber
im Dorf Menschen mit viel Herz kennengelernt.
Sie haben uns ohne große Umstände in ihre Gemeinschaft aufgenommen,
selbst mich als Ausländerin. Wie oft
nehmen mich alte Frauen liebevoll in den Arm und küssen mich zum Abschied,
obwohl der Andino ansonsten sehr zurückhaltend ist. Wir fühlen uns bei all der Wärme sehr wohl
und sind glücklich.
Zur Zeit ist Regenzeit.
Das ist natürlich auch so ein Ding.
Auf der einen Seite ist es wundervoll denn alles blüht und grünt. Im Haus ist allerdings alles klamm und
schimmelt und stinkt. Ich habe schon zu
Sérvulo gesagt, daß wir Besuch aus Germany unsere Bettwäsche nicht mehr
anbieten können, und daß wir Freunde bieten müssen, die Bettwäsche
mitzubringen, denn hier kann auch nur kalt gewaschen werden. Wir sind durch Mérida gerannt, um eine
Waschmaschine mit „Heißwasserzubereitung“ zu kaufen, die gibt es nur zu
übertriebenen Preisen, und wir müssen im Haus alles uminstallieren. So wasche ich weiter mit meiner Wischi-Waschi
(Wasser per Schlauch rein, wischi-waschi-wischi-waschi, Wasser per Schlauch ins
Kloo). Da dieses Ding keinen
Schleudergang hat, ist über die Maschine eine Presse installiert (so wie Oma
sie früher hatte), da wird das Wäschestück durchgekurbelt. Ich schaue dabei die bunten Vögel im
Avocadobaum an – und ich habe hier ja Zeit.
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