Hallo zusammen,
was folgt ist der Beginn eines Briefes an Ingrid, von dem nur noch die erste Seite erhalten geblieben ist. Ich publiziere ihn aber trotzdem, denn er ist Zeugnis meiner Anfangszeiten mit Uta in Chiguará: die ersten Monate, unser anfänglicher Umgang mit dem Patio und den Kaffeepflanzen, unsere erste Begegnung mit Señor Resulio, über seinen Hund Aristo, der auch - wenn auch nur für eine kurze Zeit - unser Hund geworden ist, alles kommt im Brief zum Ausdruck; und er zeigt außerdem, daß mein Deutsch, knapp ein Jahr nach unserem Umzug nach Chiguará, immernoch in bester Form war.
Und nun zum Brief:
was folgt ist der Beginn eines Briefes an Ingrid, von dem nur noch die erste Seite erhalten geblieben ist. Ich publiziere ihn aber trotzdem, denn er ist Zeugnis meiner Anfangszeiten mit Uta in Chiguará: die ersten Monate, unser anfänglicher Umgang mit dem Patio und den Kaffeepflanzen, unsere erste Begegnung mit Señor Resulio, über seinen Hund Aristo, der auch - wenn auch nur für eine kurze Zeit - unser Hund geworden ist, alles kommt im Brief zum Ausdruck; und er zeigt außerdem, daß mein Deutsch, knapp ein Jahr nach unserem Umzug nach Chiguará, immernoch in bester Form war.
Und nun zum Brief:
Chiguará, 08. Oktober 1998
Liebe Ingrid,
an einem schönen, ruhigen Donnerstagnachmittag schreibe ich Dir kurz ein Paar Zeilen, in dem Wunsch, daß es Dir und Deiner Schwester
Christa gut geht. Uns geht es z. Zt.
gut, der Alltag verläuft mit viel zu tun in diesem großen Haus, aber voller
Frieden und Liebe. Wir kommen hier klar
mit den Lebenskosten bei der galoppierenden Inflation, die in diesem Land
herrscht, obwohl die letzten zwei Monate fast ohne Patienten waren. Der Garten steht jetzt fast vollkommen in
seiner wilden Schönheit, genauso wie der Dachgarten, Utas grünes
Meisterwerk. Ein Jahr mit so viel Regen
wie dieses war ein richtiger Segen für diese Erde. Alles ist grün um uns herum. Unsere eigene Kaffeeernte war enorm, wir
haben den ersten Teil selbst gepflückt, es ergab so eine Menge Kaffeebohnen wie
die, die Brunhild letztes Jahr mitgenommen hat.
Danach hatte Uta wieder derartig viele Stiche, daß wir es dann Sr.
Resulio überlassen haben, den Rest zu pflücken.
In der Regel pflückt er für andere und darf dann die Hälfte behalten,
das machen sie, um überhaupt an ein bißchen Kaffee heranzukommen. Diesmal durfte er den ganzen Kaffee
behalten. Vorgestern, im Por Puesto auf
dem Weg nach Mérida, sahen wir den alten Vater von Sr. Resulio unten in El Anís
aussteigen, er wollte nach Santa Cruz de Mora, mit einem viertelvollen Sack
Kaffee auf seinen Schultern. Er wollte
diesen Kaffee mahlen lassen und (wir vermuten es) ihn auch verkaufen. Sie brauchen so sehr das Geld. Heute war er hier und hat uns gesagt, seine
alte Mutter möchte gerne wissen, ob wir wieder Eier kaufen wollen. Er brauchte aber noch Geld, um etwas Mais für
die Hühner zu kaufen. Wir gaben ihm 900
Bolívar (DM 3,-), denn für so arme Menschen wie sie, haben wir immer etwas
übrig. Eigentlich ist es eine lange
Geschichte, wie wir diese Familie kennengelernt haben, wir machten mit ihnen
Bekannschaft durch ihren Hund, Aristo,
der gelbe Hund ohne Schwanz, der uns in Brunhilds Video auf Schritt und
Tritt überallhin begleitet. So lernten
wir diese Menschen kennen, die zwar nichts haben aber bereit sind, alles zu
geben und ihren Hund mit anderen zu teilen.
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