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Als mein künftiger Schwiegervater 80 wurde

Hallo zusammen,

folgende sind zwei der Liebesbriefe, die mir meine liebe Astrid-Uta in der Zeit unserer ersten vorläufigen Trennung (Mai bis Dezember 1992) geschrieben hat, damals noch auf dem klassischen Postweg -unsere ersten e-mails sollten erst um die 7 Jahre später erfolgen!  Im ersten Brief wird Utas Fahrt nach Düsseldorf beschrieben, zum 80.Geburtstag ihres Vaters Rolf Storz (1912-1995), der ein Jahr später und für eine kurze Zeitspanne (knappe zwei Jahre bis zu seinem Tod an Darmkrebs) mein Schwiegervater wurde.

Der zweite Brief ist intimer und spiritueller - schliesslich war Uta bereits tief verstrickt in ihrem neuen Leben mit Reiki; ein Leben, in welches sie mir 1992 eingeführt hat, und welches ich bis heute weiterlebe.

Und nun zu den Briefen:





21. Juni 1992

Mein geliebter Sérvulo,
am Freitag bin ich, gleich nach Beendigung meines Jobs nach Düsseldorf gefahren, denn mein Vater wurde heute 80 Jahre alt.  Die Fahrt war sehr anstrengend, denn ich habe 6 Stunden ohne Unterbrechung am Steuer meines Autos gesessen.  Der ganze Norden war unterwegs in Richtung Süden, denn die Ferien hatten gerade begonnen.  So stand denn auch ich teilweise im Stau.  Meine Eltern haben sich sehr über meinen Besuch gefreut und mein Vater hat sich ganz besonders gefreut, daß ich wegen ihm kam und daß ich einen neuen Job (außer Reiki) habe.  Mein Vater war bisher nicht sehr glücklich darüber, daß ich nur von Reiki lebte.  Umso mehr freut es ihn, daß ich einen Job "mit Anspruch auf Altersrente" habe.  Es war wohl sein schönstes Geburtstagsgeschenk.
Meinen Eltern geht es gesundheitlich nicht so gut und ich bin über jeden Tag froh, an denen es ihnen gut geht.  Natürlich hätten sie es am liebsten, wenn ich auch in Düsseldorf leben würde, aber das geht nun mal leider nicht.  Ich habe den Job und die schöne Wohnung hier in Pinneberg und bin recht froh darüber, das mir in mein Leben nicht hineingeredet wird.
Das Wochenende war jedenfalls sehr schön und heute, zum Geburtstag kamen viele Leute zum Gratulieren.  Der Bürgermeister hatte einen Brief geschrieben und die Gemeindeschwester brachte eine Flasche Wein.  Aus dem Haus die Mitbewohner hatten eine Girlande um die Tür meiner Eltern gehängt und meinem Vater war das alles zu viel.  Er fühlte sich gesundheitlich gar nicht gut.  Nach dem Mittagessen bin ich dann wieder nach Pinneberg gefahren und war gegen 6 Uhr abends hier. Nun bin ich sehr müde und gehe gleich schlafen.  Ich wollte Dir nur noch sagen, daß ich Dich sehr sehr lieb habe.  Ich hoffe sehr, daß Du bald nach Pinneberg kommst und daß es mit dem Studienplatz klappt.  Damit Du Dich schon etwas auf Pinneberg und Umgebung einstimmen kannst, schicke ich heute wieder ein Paar Fotos mit.  Ich bin letzte Woche mit dem Fahrrad unterwegs gewesen und habe für Dich die Fotos gemacht, die ich Dir nun nach und nach schicke.  Dabei habe ich Motive gewählt, wie das alte Friesenhaus.  Vielleicht wohnen wir ja auch einmal in einem solchen Haus.  Das Dach dieses Hauses ist aus "REET", eine Schilfart.  Mir gefallen diese alten roten Häuser ganz besonders gut, sie sind so herrlich gemütlich.  Nun, mein geliebter Sérvulo, irgendwo -in irgend einem hübschem Haus werden wir wohl später einmal wohnen.  (Unser späteres Nest).  In der Zwischenzeit reicht meine kleine Wohnung für uns beide.  Ich freue mich darauf, wenn Du hier bist und ich bin sicher, daß wir zusammen sehr glücklich sein werden und uns gegenseitig sehr viel Ergänzung im Leben schenken werden.  Wie schön wird es sein, zusammen ins Theater und in die Oper - oder nur ins Kino zu gehen.  Ich kann die Zeit kaum erwarten.  Mein Froschelito, paß gut auf Dich auf und bleib gesund.  Fühl Dich ganz liebevoll in die Arme genommen von
                                                                                    Deiner Uta
P.S. Kannst Du Ski - fahren?
Herzliche Grüße an Deine Familie
                                                                    Küßchen Deine Uta






23.Juni 1992

Geliebter Sérvulo,
heute hatte ich wider einen sehr anstrengenden Tag, denn ich mußte von 1/2 8 Uhr morgens bis 1/2 6 Uhr abends arbeiten.  Es ging recht lebhaft dabei zu, denn wir haben viel zu tun.  Abends bin ich dann müde und heute hatte ich keine Lust, etwas zu unternehmen.  Im Augenblick ist meinen Freundin Susi zu Hause, sie hat 1 Woche keine Arbeit in der Reiseleitung (sie macht die Fahrrad-Touren).  Natürlich treffen wir uns sonst oft nach dem Dienst, nur heute wollte ich allein sein.  So sitze ich hier und denke an Dich und an unser Gespräch gestern.  Du hast mir so viel mit Deinem Anruf gegeben, mich damit so glücklich gemacht.  Die Gedanken an Dich und dabei Reiki in mein Herzzentrum und in den Solar Plexus, geben mir unendlich viel Frieden.  Ich finde meine Mitte und ruhe in mir und in der Liebe zu Dir.  Ich fühle mich geborgen und von Gott geführt und geschützt.  Nichts kann mich dann mehr erschüttern.  In diesem Moment spüre ich unsere Verbundenheit und weiß, Gott hat uns füreinander geschaffen.  Ich bin glücklich, daß Du in Deiner Spiritualität so weit bist, das auch zu spüren und die Worte aus Deinem Brief, daß Du nur mich liebst, geben mir so viel.  So weiß ich, daß die Zeit, in der wir uns nicht sehen, für uns beide eine Zeit des Reifens und Zusammenwachsens ist.  Es ist eine Zeit, in der wir unsere Träume realisieren.  Trotzdem bauen wir viel Vertrauen zueinander auf und das ist so wichtig in der heutigen Zeit.  Ich vertraue Dir, ich liebe Dich, ich baue auf unsere Zukunft in Vertrauen zu Gott.  Zu wissen, daß Du mich liebst, gibt mir viel Kraft, auch in meinem Job.  Die Liebe zu Dir läßt mich strahlen.  Ich stelle erstaunt fest, wie die Menschen, die mir entgegenkommen, mich ansehen und ich weiß, daß meine Aura strahlt.  Ich bin wie eine Sonnenblume, die ihre Blüte der Sonne (den Menschen) entgegenstreckt.  Magst Du diesen kleinen Talisman haben, mein Froschelito?  Ich habe ihn bei Victor auf dem Flohmarkt gekauft und 3 Wochen getragen.  Victor kommt auch aus Südamerika und ist mit einer deutschen Frau verheiratet.  Er hat auch als Reiseleiter gearbeitet und dabei seine Frau kennengelernt.  - Ja, diese Reiseleiter. - 
Wenn Du hier bist, werden wir Victor bestimmt mal auf dem Flohmarkt treffen.  Vielleicht gefällt Dir ja dieses 2. Hobby (Flohmärkte) von mir.  Dort bin ich immer auf der Suche nach Steinen und Kristallen.
Mein lieber Sérvulo, es ist wieder Zeit, schlafen zu gehen, so küsse ich Dich in Gedanken
                                                             Deine Uta








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